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Berichte Marathon von Rüdiger Schulze-Rusch
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1000 - Seen Marathon 2011 am 24.September 2011
und wieder über 62,0 km
der 1000 - Seen Marathon ist ja für einen
gestandenen Marathonfahrer fast schon eine Pflichtveranstaltung.
Zur Erinnerung - Zitat vom Vorjahr:
Nun ist der 1000 Seen-Marathon aber auch eine
Breitensportveranstaltung bei der auch Familien im Kanadier oder Faltbooten etc.
mitfahren. Für die ganz Kleinen gibt es dann auch einen Wichtel-Marathon.
Wer dann schon annähernd das Erwachsenenalter erreicht hat entscheidet sich
für den Halbmarathon oder den klassischen Marathon über 42 km. Wem das
noch zu kurz nimmt am "Langen" Atem über 62 km teil.
Warum nur wieder die 62 km Strecke? Weil ich meinen ersten
Platz aus dem Vorjahr zu verteidigen hatte und da kneift man nicht.
Und zweitens je kürzer die Strecken im Alter werden umso weniger werden die
Chancen vorn mit zufahren. Nachdem miserablen Wetter vom Vorjahr hatte es Petrus
dieses Jahr wieder gut mit uns gemeint. Bei herrlichem Spätherbstwetter und
Temperaturen von über 20 Grad vielen die Vorbereitungen leichter als im Vorjahr
bei Sturm und Regen.
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Die Bootsfrage war schnell geklärt, denn bei den
herrlichen Bedingungen fuhr ich mit meinem selbstgebautem Multisportboot.
Wie immer bin ich am Freitagnachmittag bei Bibertours in Diemitz eingetroffen.
Die Streckenführung wurde gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.
Wieder ging es von Neustrelitz über den Zierker und dem Woblitzsee.
Der Start war um 8:00 Uhr vom Bootshaus in Neustrelitz und das hieß um 5:30
Uhr Aufstehen und sich entsprechend vorzubereiten, Frühstücken,
Getränke bunkern, Boot fertig machen usw. Abfahrt nach Neustrelitz um 7:00
Uhr. Es wurde wie immer fast pünktlich gestartet.
Ich konnte gleich vom Start weg mit einem Zweier mitfahren um erst einmal etwas
Abstand von den anderen zu bekommen. Aber lange hielt ich das Tempo nicht durch
und habe dann abreißen lassen. Der Vorsprung genügte um an den ersten
Schleusen als erster anzukommen. Die erste Schleuse war bereits nach 7 km und die
nächste nach rd. 13 km. Irgendwann spürte ich aber meiner Verfolger im
Nacken nicht alle so war es nicht aber zwei auch Holger aus Berlin der im letzten
Jahr Zweiter wurde.
Von nun an bildeten wir ein Trio welches sich ständig belauerte wer wohl
den nächsten Ausreißversuch unternehmen würde. Holger konnte ich
dann auf Dauer nicht halten er war gerade zum Schluss immer eine Tick schneller.
Nun kämpfte ich um meinen zweiten Platz den wollte ich unbedingt behalten.
Obwohl mein Rivale bestimmt 30 Jahre jünger war - auch Holger war gut 20
Jahre jünger - merkte ich, dass er auch ziemlich platt war. So biss ich
auf die Zähne und konnte rd. 4 km vor dem Ziel an ihm vorbei fahren, dann
gab er auch den Widerstand auf. Nach 62,0 km im Ziel war ich froh das alles
vorbei war. 62 km immer ziemlich am Limit zufahren das ist schon hart.
Meinen ersten Platz vom Vorjahr konnte ich nun doch nicht verteidigen, denn
Holger ist einfach besser und er hätte es auch verdient gehabt im letzten
Jahr Platz eins zu belegen, wenn ihm nicht ein Missgeschick passiert wäre.
Wie immer blieb am Nachmittag und am Abend genügend Zeit mit Freunden zu
fachsimpeln und manche neue Gesichter die man zuvor nur aus den Foren kannte
lernt man nun persönlich kennen.
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„Die Elbe - von Usti nad Labem nach Dresden-Laubegast“
Irgendwann hatte ich mir vorgenommen, einmal die Elbe von
der tschechischen Seite bis nach Dresden mit dem Boot zu fahren. Ich wartete
eigentlich nur noch auf ein geeignetes Wochenende, bei dem keine Marathons
anstehen und auch das Wetter mitspielt.
Nicki hatte sowieso vor, noch einmal in die Tschechei zu
fahren und so machte ich ihr den Vorschlag, dass Sie mich auf der Rückfahrt
irgendwo absetzt und sie mich in Dresden am Ziel meiner Fahrt wieder abholt.
Für dieses Wochenende, das erste Septemberwochenende 2011,
war wunderbares Wetter angesagt und so passten die Vorraussetzungen optimal.
Vorab holte ich mir bei Google-Earth noch die notwendigen
Informationen über die Streckenlänge und Einstiegsmöglichkeiten.
Das bot sich in Usti n. Labem direkt an der Mariannenbrücke an und ich
hoffte, dass das in der Praxis auch möglich war.
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Am nächsten Morgen, es war Samstag der 03.09.2011, stand ich früh auf,
um mein Boot abzuladen und die Sachen vorzubereiten, die notwendig waren.
Für eine Tagestour ist ja nicht allzu viel mitzunehmen. In Anbetracht der
Wetterlage war das Wichtigste die Getränkeversorgung. Also beschloss ich,
5 Liter Getränke sollten reichen. Zu Essen hatte ich nur ein paar
Müsliriegel eingepackt - mehr nicht, denn ich bin es mittlerweile gewohnt
auch lange Strecken ohne feste Nahrung auszukommen. Einmal Trockensachen und
eine Schwimmweste, die ich für alle Fälle im Heck des Bootes
verstaute - das war alles.
In der Praxis erwies sich meine vorgesehene Einstiegstelle, bis auf die kleine
Böschung die zum Ufer föhrte, als ideal und auf der kleinen Sandbank
konnte ich in Ruhe meine Sachen verstauen.
Punkt 9.00 Uhr - wie geplant - saß ich im Boot und paddelte in Richtung
Decin. Ich hatte bis Dresden maximal 8 Std. eingeplant, denn bis dahin sollte
ich in Dresden abgeholt werden. Man muss ja schließlich Vorgaben machen.
Die Fahrt aus Usti n. Labem ist an den Ufern von zahlreichen Industrieanlagen
geprägt. Manche verrotten so vor sich hin und andere erleben ihre
Auferstehung. Bis Decin waren es rund 22 km etwas mehr als ein Viertel der Strecke.
Das Wetter war zu diesem Zeitpunkt optimal, frische Morgenluft, nicht zu warm
und die ersten Sonnenstrahlen erschienen über die zahlreichen Bergrücken.
Langsam wurde die Landschaft etwas lieblicher und der Autoverkehr entlang der
Straße nach Decin nahm zu. Die Straße verläuft direkt parallel
zum linksseitigen Ufer. Gegen 10.45 erreichte ich Decin. Auf der rechten Seite
konnte man schon von weitem das Schloss sehen, in dem Fryderyke Chopin den
berühmten Teschener Walzer komponierte. Auf der gegenüberliegenden
Uferseite konnte man einige gut restauriert Häuser bewundern.
Doch mein Etappenziel ließ mir nicht all zuviel Zeit zum Schwärmen.
Nach einigen Fotos ging es weiter Richtung Grenze. Bis dahin lagen nun nur noch
ca. 12 km vor mir, die schnell vergingen. Landschaftlich begann hier die
böhmische Schweiz - wir würden sagen sächsische Schweiz. Hier
begegnete ich dem ersten Ausflugsdampfer tschechischer Reedereien. Komischerweise
war hier die Strömung der Elbe sehr gering. Da mein GPS seinen Dienst
verweigerte, es war das erste Mal (es mochte die Batterien nicht, wer weiß
warum, vielleicht waren es Chinesische) konnte ich es aber an den
Schifffahrtstonnen erkennen. Ich musste mich wohl in einer fast waagerechten
Formation aufhalten. Dennoch die Landschaft machte die geringe Geschwindigkeit
weg. Gegen 12.00 Uhr erreichte ich Schmilka und so beschloss ich, da ich die
Hälfte meiner Strecke gefahren war, eine kurze Pause einzulegen. Ich
suchte in der nächsten Kurve im Kehrwasser eine geeignete Stelle an der
ich problemlos aussteigen konnte. Just in dem Moment kam ein Motorboot vorbei
und verursachte derartige Wellen, dass mein Boot mehrmals auf Steine aufschlug
was ich doch verhindern wollte. Ich war wütend, hatte aber keine
Gelegenheit dem Fahrer meine Unmut mitzuteilen.
Ich habe 2-3 Müsliriegel gegessen, noch was Frisches getrunken und bin so
nach knapp 20 Minuten wieder ins Boot gestiegen. Man sollte die Pausen nie
länger als 15-20 Minuten machen, weil sich dann der Körper noch nicht
auf Ruheposition umgestellt hat und es fällt Einem leichter, wieder volle
Fahrt aufzunehmen. Wir kennen das Jahr wie das nach langen Pausen von mehr als
30 Minuten ist, da will der Körper schwer in Gang kommen.
Die Strecke von Schmilka bis Bad Schandau kannte ich auch noch nicht und ich fand
das Teilstück sehr, sehr schön. In meine Gedanken versunken erreichte
ich bald Bad Schandau. Den nun folgenden Abschnitt kannte ich von den vielen
Wintermarathons und anderen Gelegenheiten.
Die Hitze war jetzt auch auf dem Wasser zu spüren und so tauchte ich meine
Kopfbedeckung regelmäßig ins kühle Wasser und setzte sie wieder
auf. Man soll ja immer einen kühlen Kopf behalten, sagt ein altes
Sprichwort, so gesagt, so getan.
Der Ausflugsverkehr war enorm an diesem wunderschönen Spätsommertag.
Regelmäßig kamen mir die alten Raddampfer entgegen oder überholten
mich. Manchmal versuchte ich mich auf eine Welle zu setzen, was aber nur selten
und nur stückweise gelang, denn die unterschiedlichen Untergründe
verursachten auch unterschiedliche Wellen, die nicht zum Absurfen geeignet waren.
Aber an der nächsten Anlegestelle hatte ich sie meistens wieder ein und es
sorgte für Kurzweil.
Bald war ich in Pirna vorbei an Schloss Pillnitz - vor lauter Besucher konnte man
fast das Schloss nicht mehr sehen - aber es ist gut so, dass sich die Leute noch
für Kultur interessieren.
Noch wenige Kilometer und ich war in Laubegast, dort sah man mich ganz
erschrocken an und dachte ich wäre vom Himmel gefallen, hatte ich doch
einschließlich der 20 Minuten Pause und trotz einiger Fotographien nur
6,5 Std. für die 83 km gebraucht. Gut, ich war 1,5 Std. früher da als
ich als spätesten Zeitpunkt angegeben hatte und denke, es ist besser so,
als wenn man später kommt als gesagt.
In Kanu-Klub Laubegast konnte ich noch duschen und dann ließen wir den Tag bei
einem sehr guten und wohl verdienten Abendessen ausklingen.
Mir machte es viel Spaß und brachte eine Menge Entspannung - so eine Tour -
auch einmal allein zu unternehmen. Man kann in sich gehen und wird durch nichts
gestört.
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Fünen Marathon 2011
2011 war nun meine 5. Teilnahme an der Sea Challenge Fyn.
Wie in jedem Jahr findet die wohl härteste Marathon Veranstaltung in
Europa in der ersten Augustwoche statt. Wiederum hatten sich über 70 Teilnehmer in den
verschiedenen Bootsklassen gemeldet.
Aus Deutschland waren wir dieses Mal nur eine kleinere Gruppe mit 6
Männern und einer Frau sowie Marcel aus der Schweiz, der nun auch schon zum 4. Mal daran
teilnahm und den wir auch zu unserer Gruppe zählen - ein Urgestein und immer für
Spaß zu haben.
Ich verzichte dieses Mal auf die Ausführungen zu den einzelnen
Etappen - sind sie doch von mir in den Vorjahren reichlich beschrieben worden. Also nur
kurz soviel: 7 Etappen, davon 5 mit rd. 40 km, 1 Etappe mit 80 km, die aber dieses Jahr
aufgrund der Witterungsverhältnisse vom Veranstalter auf 45 km verkürzt wurde
und eine 20 km Etappe als Einzelzeitfahren.
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Es gibt keine Altersklassen, was bedeutet, dass man gegen sehr viel
jüngere Athleten antreten muss.
Als Boote hatte ich meine zwei selbstgebauten Marathon Seekajaks
mitgenommen, die sich in der Vergangenheit sehr bewährt hatten.
Die ersten 4 Etappen liefen sehr gut und ich konnte in der Wertung
einen 6. Platz halten. Leider gab es dann bei der 5. Etappe ein Missgeschick. Nach
ungefähr 4 km nach dem Start riss mir das Steuerseil und das Steuer verklemmte sich
so, dass ich eigentlich nur noch im Kreis fahren konnte. Was sollte ich tun? Ich hatte
mindestens 6 Kanuten die hinter mir auf der Welle fuhren und sich wunderten, dass ich
plötzlich wie ein Pfeil nach rechts wegschoss. Nun versuchte ich erst einmal
zurück zu Startposition zu kommen was sich schon als schwierig erwies, aber mir dann
doch gelang. Gut war, dass ich nach einiger Zeit den Schaden reparieren konnte. Aber
die Etappe war gelaufen. Es bestand auch keine Möglichkeit mehr jetzt noch einmal
neu loszufahren, da der erste Checkpoint der ca. 10 km vom Start entfernt war. Bis ich dort
bin, würde dieser nicht mehr besetzt sein. Also egal: ich musste diese Etappe
abhacken. Das bedeutete, dass ich eine Strafzeit von 9,5 std. erhielt und ich somit auf
den 12. Platz in der Wertung zurück fiel.
Am nächsten Tag war das Einzelzeitfahren über 20 km, das ich
zwar in der Tageswertung mit Platz 7 abschloss, mir aber in der Gesamtwertung keine
große Zeitgutschrift gegenüber den anderen schnellen Paddlern brachte. Und auch
auf der letzten Etappe war keine Platzverbesserung mehr möglich, obwohl ich auch hier
als achter ins Ziel kam. So blieb ich dann bei der Gesamtwertung auf Platz 12 was
für meine Altersklasse immer noch ein gutes Ergebnis ist.
Insgesamt war die Leistungsdichte in der Spitze dichter als im Vorjahr
und die Bedingungen härter vor allem, weil mehr Flachwasser war und sich dass
bekanntlich schwerer fährt.
Insgesamt war es wieder eine gut organisierte Veranstaltung, auch wenn man
danach einige Tage benötigt bis man sich wieder völlig erholt hat.
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Hiddensee-Marathon 2011 - der Klassiker in Deutschland
Neptuns große Herausorderung oder Selbstkasteiung?
Der Hiddensee-Marathon hat ja schon eine richtige Tradition und das bezieht sich nicht nur
auf die Häufigkeit - war es doch in diesem Jahr nun schon der 10. Hiddensee-Marathon
-sondern insbesondere auch auf die Rahmenbedingungen. In diesem Jahr nahm ich nun schon zum
fünften Mal teil und habe noch nie ideale Bedingungen vorgefunden. Vor 2 Jahren musste
er wegen Starkwindes abgesagt werden. Gleiches stand uns fast wiederum bevor. Bei
Windstärken von 5-6 Beaufort ist es wohl den wenigsten Paddlern vorbehalten rund
Hiddensee zu paddeln. Doch die Organisatoren hatten einen Plan B. Sie verlegten in Absprache
mit allen Verantwortlichen (Wasserschutzpolizei, DLRG usw.) die Strecke in den Bodenbereich.
Wer nun glaubte, dass würde jetzt ein Kinderspiel der hatte sich gründlich
getäuscht, denn auch bei Windstärken 5-6 und in Böen mehr der sah sich vor
fast unlösbaren Aufgaben gestellt. Gestartet wurde um 6 Uhr wie immer und die
Teilnehmerzahl meldete einen Rekord: über 60 Teilnehmer mit rd. 55 Booten, das war mehr
als in den Vorjahren und zeigt, wie sich dieser Marathon etabliert hat.
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Damit die Einschätzung des Renntages nicht immer nur von mir kommen, zitiere ich hier mal
die meines Paddelfreundes Arnim aus dem Seekajakforum. Zitat:
"Leiderleiderleider durften wir bei diesen Sahnebedingungen nicht auf die Ostsee raus und
mussten somit nach 10 Jahren endlich mal lernen, den Stralsunder Bodden auch mal andersrum
hochzufahren. Immer noch 62 km insgesamt, immer Sturm, immer Seitenwelle, das wurde zu einer
mentalen Herausforderung der besonderen Art ... fast alle kamen fluchend ins Ziel.
Ich selbst war froh, zwei Boote dabei zu haben. Den eigentlich gemeldeten 6,13m-Holz-Searacer
hab ich nach einer kleinen Probefahrt am Tag zuvor demütig auf Seite gelegt und bin
stattdessen am Samstagfr¨h in den Kayakpro Nemo gestiegen - welch ein Glück, so bin ich
Binnenpaddler wenigstens irgendwie durchgekommen (von Treppchen konnte keine Rede sein, dazu
musste man diesmal wirklich paddeln können!). Dummerweise hatte ich mein Handy
vergessen ... ein Glück, denn sonst hätte ich aufgegeben. Nur der Gedanke, dass ich
dann ohne Telefon auf Rügen sitzen und niemandem Bescheid sagen konnte, hat mich
abgehalten. (Außerdem hatte ich kein Geld für ne Taxe dabei ... wär mir alles egal gewesen)
Es war der Tag der erfahrenen Paddler und/oder der sicheren Boote. Die Surfskis waren trotz
allem ziemlich erfolgreich (trotz dreier Kenterungen), auch ein Lettmann Speedliner (Maik Lojak)
kam nach knapp über 6h ins Ziel.
Am meisten Spaß hatte wohl Rüdiger in seinem neuesten Holzboot ... er blieb mit seinen 67
Jahren nur 6 Minuten hinter dem Sieger der Altersklasse 40-59 (Andreas Bethke im Streamliner)
und eine knappe Stunde hinter dem Sieger.
Trotz allem haben (mussten?) nur wenige aufgegeben, von über 50 gestarteten Booten nur 6 ... so
was wie den Hiddensee Marathon gibt's in Deutschland halt nur ein Mal im Jahr."
Und ich kann diese Aussagen nur bestätigen.
Wie Arnim schon beschrieben hat, lief es bei mir außhnlich gut. Zum einen durch
meine gute Vorbereitung: hatte ich doch in diesem Jahr schon fast 2000 Kilometer Training
hinter mir und dann kam dazu, dass ich ein wirklich für diese Bedingungen optimales Boot hatte,
was ich erstmals bei einem Wettkampf eingesetzt habe. Mein 5,70 m Searacer zeigte in den Wellen,
wozu das Boot fähig war. Es lief wie Butter durch die Wellen, kein Patschen, kein
Stampfen und so hatte ich vor der Wende nach rd. 32 Kilometer gegenüber meinen ärgsten
Widersachern schon einen Vorsprung von ca. 3,0 Kilometer (rd. 15 min.) den ich bis ins Ziel auf
eine ganze Stunde ausbauen konnte.
Mit einer Fahrzeit von 7:13 Min. war ich nicht nur Schnellster in meiner Altersklasse, sondern
belegte in der Wertung der Altersklasse 40-60 sogar Platz 3 und das nur mit einem Rückstand von
ganzen 6 Minuten. Es war damit mein bestes Rennen in den letzten Jahren.
Ich finde es ist doch schön, wenn man noch in der Lage ist, mit all den Paddlern, die
fast 20 Jahre jünger sind, noch mitpaddeln kann, ohne sagen zu müssen: He, wartet
doch mal ich kann nicht so schnell...
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Pfingsten 2011 auf den Halligen
Ich kannte die Halligen bisher nur vom Fernsehen und aus den Nachrichten, wenn es wieder
einmal um Sturmfluten ging.
Und so wundert es nicht als ich die Einladung von meinem Freund Dirk der in Glückstatt
lebt und sich in dem Gebiet gut auskannte annahm. Dirk ist ein erfahrener Seekajaker der
seine Fahrten mit viel Erfahrung und Umsicht leitet. Es ist nicht so, dass ich noch nie auf
der Nordsee war und ich ggf. auch nicht allein fahren würde, doch das Bedarf einer guten
Vorbereitung und gute Kenntnis vom Revier. Nicht zu vergleichen mit dem Revier der Ostsee.
Man muss die Tide also die Gezeiten kennen, wann ist Hochwasser und wann ist Niedrigwasser,
wie wird der Wind sein? Kommt er mit der Tide oder gegen die Tide- wie laufen die Priele?
Stimmen die noch überein mit der letzten Seekarte usw. usw. All diese Vorbereitung
konnte ich umgehen und mich einfach Treiben lassen. Wir waren insgesamt neun Paddler/Paddlerinnen
und eine insgesamt gute Gruppe. Das ist bei solchen Fahrten wichtig. Alle sollten
leistungsmäßig ziemlich ausgewogen sein.
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Wir verabredeten uns für den Pfingstfreitag Abend in Schlüttsiel. Schlüttsiel ist
kein Ort sondern nur ein kleiner Fährhafen mit einem netten Restaurant und wird auch
als Fischerhafen benutzt. Von dort gehen die kleinen Fähren zu den Halligen.
Wir trafen uns gegen 18:00 Uhr bereiteten unsere Boote vor und fuhren dann entlang der Pricken
(Pricken sind Fahrwasserzeichen ähnlich der Tonnen und bestehen i. d. R. aus
Birkenstämmen mit unterschiedlichen Köpfen - spitz oder stumpf - entlang der Priele),
mit auflaufender Tide nach Oland. Was sind nun wieder Priele? Kurz dazu: Priele sind
natürliche Fahrwasser die durch die Gezeiten entstehen. Dadurch entstehen kleine
Fahrwasser, die sich aber verändern können weil der Wind und die Strömung eine
Einfluss ausüben. Ändert sich das Fahrwasser, so werden dann auch die Pricken
versetzt. Das soll genügen- wie wollen ja keinen Unterricht geben, aber verstehen warum
man nicht einfach in der Nordsee lospaddeln kann.
Oland ist nur eine kleine Hallig und nur ca. 5 km vom Festland entfernt aber sehr romantisch -
wie die Bilder zeigen. Auf den Halligen gibt es keine Campingplätze und wenn man zelten
möchte gebietet es die Höflichkeit und der Verstand, dass man die Plätze im
Einklang mit der Natur und den örtlichen Gegebenheiten aussucht. In Oland angekommen
hatten wir noch genug Zeit den Sonnenuntergang beim gemeinsamen Abendessen vor unseren
Zelten zu genießen.
Am nächsten Morgen ging es dann von Oland nach Langeneß / Hilligenley. Die Strecke
führte entlang der Insel, so dass wir die Halligen mit ihrer wunderschönen Ansicht
ständig im Blick hatten. Hier hatten wir den ganzen Nachmittag zur freien Verfügung
und einige machten eine Fahrradtour über die ganze Insel. Am nächsten Tag ging es weiter
nach Hooge auf der es einen DKV - Stützpunkt gibt wo man sich duschen kann und es auch
Toiletten sowie einen Aufenthaltsraum gibt. Aber wer braucht den schon, wenn das Wetter so
fantastisch mitspielt. Auf Hooge besuchten wir das Sturmflut-Museum und sahen uns einen
Dokumentarfilm über die letzten Sturmfluten an. Es war schon beeindruckend wenn man sieht mit
welcher Gewalt das Wasser die Halligen umspült. Danach besuchten wir ein Cafe und
gönnten uns ein Stück Blaubeertorte mit Schlagsahne und Kaffe. Ein anschlie�ender
Verdauungsspaziergang führte uns einmal um die Hallig von wo aus wir bei klarem Wetter
einen tollen Blick auf die umliegenden Halligen hatten. Danach fuhren wir bei auflaufender
Tide nach Amrum vorbei an den Au�ensänden und wieder zurück nach Hooge wo ja schon
unsere Zelte standen. Hier verbrachten wir unsere letzte Nacht bevor es am nächsten Morgen
wieder zurück nach Schlüttsiel ging. Am nächsten Morgen anfangs bei leichten
Nieselregen starteten wir um 9:00 Uhr bei beginnendem Hochwasser in Richtung Schlüttsiel.
Am anstrengensten war es immer die vollen Boote in Wasser zu bekommen wenn sich nicht gerade
ein fabelhafter Sandstrand buchstäbliche vor der Tür befand.
Immerhin wogen die Boote voll beladen 40 - 50 kg und mussten manchmal über die mit
Steinen angehäuften Molen getragen werden. Aber auf der Fahrt nach Schlüttsiel
meinte der Wind es gut mit uns und bei Wind 3-4 aus SSW konnten wir mit leichter Hand die 20 km
in gut 2 Stunden erreichen.
Als alle Sachen wieder im bzw. auf den Autos verstaut waren verabschiedeten wir uns abermals
bei Kaffe und Kuchen von den anderen und dem wunderschönen Pfingtswochenende im
Nordfriesischen Wattenmeer.
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"Das Blaue Band der Havel" oder "Von Dom zu Dom"
egal - der Weg ist der gleiche
Diese Wanderfahrt viel auf den gleichen Termin wie der MMMM was heißt Meißen -
Magdeburger - Mammut - Marathon den ich im letzten Jahr gefahren bin. Da der Wasserstand
der Elbe in diesem Jahr nicht so gut war, entschied ich mich für die Fahrt "Dom zu Dom"
von Brandenburg nach Havelberg in 2 Tagen. Das versprach eine gemütliche Tour zu werden.
Ralf ein Paddelfreund und Heinz hatten die Tour schon einmal gemacht. Wir trafen uns nicht in
Brandenburg sondern im Boothaus in Rathenow, die auch eine sehr schöne Anlage haben. Dort
richteten wir unseren Stützpunkt für die 2 Tage ein, denn die Freundin von Ralf
fuhr uns am nächsten Morgen nach Brandenburg. Als wir am Nachmittag ankamen standen
unsere Zelte schon und wir waren eingerichtet. In Bbg. angekommen ging es um 9:30 in die Boote
und mit Kurs auf den Breitling. Der hatte es nicht so gut mit uns gemeint und sorgte für
viel frische Luft. Als wir den passiert hatten ging es zum Plauer See und da der Wind von West
kam hatten wir ihn nun nicht mehr gegen an sondern von der Seite. Aber er wurde mit zunehmender
Fahrzeit auch immer schwächer. Alsbald ging es in die Havel und in Kützkow war das
Mittagessen eingeplant. Ich war überrascht wie viel Wasser die Havel hatte- randvoll.
Also kein Grund zur Klage. Nach dem Mittagessen ging es weiter nach Rathenow wo wir gegen 15:30
Uhr eintrafen- gerade rechtzeitig zur Teatime - die Meisten haben wohl Kaffe getrunken. Am
Abend wollten wir Essen gehen, was sich als recht schwierig heraus stellte. Nahe gelegene
Restaurants hatten entweder zu oder geschlossen Gesellschaft. Nach fast einer Stunde Fußmarsch
haben wir dann doch noch einen Tipp bekommen der nicht mal so schlecht war. Auf der Karte
standen Lamm was es aber nicht mehr gab. So bestellten wir Nudeln oder Pizza oder irgendwas
italienisches. Man versprach uns wenn wir morgen wiederkommen würde es Lamm geben.
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Am nächsten Morgen ging es dann von Rathenow nach Havelberg ebenfalls wieder um die 45 km
wie am Vortag. Es war eine wunderschöne Strecke die größten Teils durch
Naturschutzgebiete ging bei der wir auch Ranger in einem Canadier getroffen haben. Die passen
auf, dass keiner wild zeltet und die Ausstiegsverbote beachtet. Die Zufahrt nach Havelberg
war ebenfalls sehr eindrucksvoll, man konnte von weitem schon den Dom sehen. In Havelberg
angekommen wurden wir wieder abgeholt und es ging zurück nach Rathenow wo wir noch unsere
Zelte abbauen mussten bevor es wieder Richtung Heimat ging. Ich fand es war eine sehr angenehme
und erholsame Tour auch wenn wir mal zwischendurch richtig Gas gegeben haben so als kleine
Trainingseinlage. So kann ich mir Vorstellen diese Tour im nächsten Jahr noch einmal zu
machen. Auch ein Tipp für die absoluten Wanderfahrer.
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41. ICF Weser Marathon am 8. Mai 2011
Wir hatten uns entschlossen in Vorbereitung auf die diesjährigen
Wettkämpfe im Vorfeld viele Kilometer zu fahren und so nahmen wir auch diesen
Marathon ( kein Zeitfahren ) in Angriff. Eigentlich ja noch mehr aber dazu komme
ich noch. Die Vorbereitung bedarf schon einiger Logistik aber dafür hatte ich
Heinz und die anderen. Wir beschlossen nämlich am Samstag auch noch die
Werrafahrt von Eschwege nach Witzhausen zu fahren. So musste organisiert werden wer
uns und die Boote von Hannv. Münden nach Eschwege fuhr und uns in Witzenhausen
wieder abholt. Aber es klappte alles gut weil Gerhard aus Darmstadt am Samstag
nicht mitfahren wollte und den Transport übernahm. Die ca. 44 km auf der Werra
waren landschaftlich fantastisch ringsum die grün bewaldeten Hänge, ein
Genuss für Auge und Seele. Dabei konnte man fast das Paddeln vergessen. Einzige
Trübsal war das durch den Kalibergbau sehr beeinträchtigte Wasser da noch
dazu kam dass der Wasserstand nicht gerade sehr hoch war.
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Die ca. 44 km waren schnell
bewältigt sodass am Nachmittag noch Zeit zu Ausruhen war. Allerdings musste
Heinz und Ralf je mit einem Auto schon wieder nach Hamlen da wir von dort am
nächsten Tag wieder zurück mussten. Abends sind wir dann noch Essen
gegangen und haben uns die Altstadt von H.-Münden angesehen die wirklich
sehr, sehr schön ist. Am nächsten Morgen hieß es um 4:30 Uhr
aufstehen und um 5:30 ins Boot denn es standen 136 km auf dem Programm. Wir wussten
das wird kein Zuckerlecken beim dem Wasserstand. Also fast ohne Frühstück
ging es in die Boote und die erste kurze Pause wurde nach 40 km gegen 10:00 Uhr
gemacht vielleicht 10 Minuten dann ging es weiter. Manchmal war das Wasser so
flach das man mit dem Steuer Grundberührung hatte, was sich natürlich
auch auf die Geschwindigkeit auswirkte. So waren wir froh, wenn wir mit 11- 12 km/h
unseren Schnitt fuhren. Insgesamt brauchten wir ca. 11 Stunden bis Hameln als wir
kurz nach 17 Uhr ankamen. Viel Zeit hatten wir nicht, nicht einmal für eine
Bratwurst oder Ähnlichem denn wir mussten bis 21 Uhr den Zeltplatz in
H.-Münden geräumt haben auf dem unsere Zelte standen. Von Hamlen bis
H.-Münden waren aber auch gut 2 Std. Fahrzeit. Also keine Zeit zum Bummeln.
Dort angekommen Zelte abgebaut alles verstaut allen tschüß gesagt und ab
ging es nach Hause. Das waren noch rd. 4 Std. Autofahrt. Um 1:00 Uhr nachts
völlig kaputt zu Hause angekommen wusste man eigentlich gar nicht mehr was an
diesem Tag so alles abgelaufen ist. Mehr glaube ich ist menschlich unter normalen
Umst�nden kaum möglich.
Erst nach 2 Tagen hatte sich der Körper wieder erholt und so taten 3
paddelfreie Tage auch mal wieder gut.
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1. Dessauer Berg - u. Tal- Marathon
1. Dessauer Berg- und Tal Marathon am 19.März 2011. Wir hatten mit Heinz
beschlossen die Wintersaison mit diesem Marathon zu beenden und das Wetter passte
gut dazu. Bei schon frühlingshaftem Wetter war die Anreise am späten
Freitag Nachmittag erfolgt. Im Bootshaus in dem wir letztes Jahr zum Elbe - M. schon
übernachtet hatten wurde ich herzlich empfangen. Bald danach trafen auch
weitere Sportfreunde ein mit denen ich schon einige Fahrten gemacht hatte. Abends
ging es noch in eine nahe gelegene Sportlergaststätte bei der es recht gutes
Essen gab. Am nächsten morgen gegen 10:00 Uhr war der Start. Dieser erfolgte
direkt vor dem Bootshaus der Junkers Paddelgemeinschaft und zwar als Einzelstarts.
Die Strecke ging insgesamt über 28 km auf der Elbe nach Vockerode
stromaufwärts 14 km und dann wieder zurück. Gewendet wurde direkt am
still gelegten Kraftwerk. Gestartet wurde in einminütigen Abstand. Insgesamt
waren es rund 30 Teilnehmer, für einen ersten Marathon eine recht gutes
Starterfeld. Ich starte als Dritter so wie gemeldet wurde.
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Nach den ersten
Kilometern hatte ich schon Markus hinter mir, der sonst eigentlich viel mehr Abstand
zu mir hatte und ich war erschrocken, wie konnte das sein. Die Aufklärung.
Markus und viele andere Elbepaddler kannten sich gut aus wie man gegen den Strom
die Buhnen mit dem Kehrwasser richtig ausnutzte. Zumal ich mit einen meiner
Holzboote fuhr wollte ich auch das Risiko nicht eingehen mein Boot zu beschädigen,
das war es nicht wert. Jedenfalls waren mir bis zur Wende einige ziemlich auf den
Versen. Stromabwärts sah es dann schon anders, weil auch einige beim Aufholen
viel Kraft gelassen hatten und Heinz sich eben an diesen Buhnen auch noch das
Steuer beschädigt hatte. Im Ziel hatte ich dann doch über 2 Minuten Vorsprung,
aber die Jungs hatten mich ganz schön gejagt. Als alle im Ziel waren gab es
nach der Siegerehrung noch Essen sowie Kaffe und Kuchen. Den Dessauer Kanuten muss
man wirklich eine gut organisierte Veranstaltung bescheinigen. Alle haben sich sehr
viel Mühe gemacht und es lohnt sich nächstes Jahr wieder hinzufahren.
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Winter-Elbe-Marathon 2011
Zum 9. Mal hatte der Dresdener Kanuverein Laubegast e. V. zum Winter-Elbe-Marathon vom 4.-6.02. eingeladen.
Dieser Einladung sind ausnahmslos viele Kanuten gefolgt. Für mich war es die dritte Teilnahme an diesem Marathon und ist immer ein Anlass die paddelarme Zeit der Wintermonate zu überbrücken. Bei gemäßigten Wintertemperaturen von ca. 5 Grad war das paddeln auch relativ angenehm. Mit über 50 Booten war es die höchste Teilnehmerzahl die ich in den 3 Jahren erlebt habe.
Gefahren wurde wie in den Vorjahren von Bad Schandau nach Dresden-Laubegast über 38 km ohne Portage.
Bootsklassen waren eingeteilt in KI und CI im Kanurennsport und PI / WI im Kanuwandersport. Dazu die entsprechenden Altersklassen. Für mich galt es meinen ersten Platz aus dem Vorjahr zu verteidigen.
Treffpunkt und Abfahrt war 9 Uhr im Boothaus Laubegast und um 11 Uhr war der Start in Bad Schandau.
Für den Sonntag wurde wie schon für die vorangegangenen Tage sehr starker Wind aus Süd-West in Böen mit 70 km/h vorausgesagt. Das bedeutete die ganze Strecke gegen den Wind zufahren. Das war alles andere als angenehm und versprach auch keine gute Zeit zu werden.
Starten konnte jeder wieder einzeln und es wurde am Start und im Ziel die Zeit genommen.
Ich hatte mich in diesem Jahr entschieden mit einem etwas schnelleren Boot als im Vorjahr zu fahren, was allerdings auch mehr Konzentration abverlangte. Denn bei den Wassertemperaturen ins Wasser zu fallen wäre wohl das Übelste was passieren durfte.
Da wir sehr zeitig am Startplatz waren sind wir auch schon rund eine halbe Stunde früher gestartet.
Ich versuchte mir mein Tempo gut einzuteilen, ich kannte ja die Strecke und dank GPS war ich auch ständig über die noch zu fahrenden Kilometer informiert. Was aber viel schlimmer war, war die schwankende Geschwindigkeit bedingt durch den extremen Gegenwind die mich von rd. 15 km/h teilweise bis 7 km/h nach unten beschleunigte.
Bei Pirna blies der Wind so stark gegen den Strom, dass richtig starke Wellen entstanden. Manchmal nahm ich dann etwas Fahrt raus um nicht allzu nass zu werden wenn die Bootsspitze durch die Wellen geht oder das Boot auf die Welle aufschlägt.
Von Pirna aus waren es nur noch wenige Kilometer vorbei am Schloss Pillnitz und irgendwann war ich dann schon im Ziel.
Trotz heftigen Gegenwindes konnte ich meinen ersten Platz vom Vorjahr verteidigen und die Zeit von 2:32 Std. vom Vorjahr noch um 8 Minuten unterbieten. Das war einerseits gut aber schlecht für das nächste Jahr, denn immer noch besser zu sein geht irgendwann nicht mehr.
Im Anschluss gab es Urkunden und Pokale sowie Gegrilltes, Kaffe und Kuchen.
Der Verein hat sich wie jedes viel Mühe gegeben und alles rundherum gut organisiert. Dafür herzlichen Dank an den Kanuverein Laubegast. |




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Was ist denn eigentlich Kanumarathon?
Der Kanumarathon ist ein Langstreckenwettkampfsport der über die klassische Marathondistanz von 42,195 km geht, der aber auch über längere Distanzen (bis 500 km) ausgetragen werden kann. Es ist die Langzeitausdauervariante im Kanusport. Einige Veranstalter bieten auch Halbmarathons an wie man sie aus den Laufwettbewerben kennt.
Diese Rennen werden auf natürlichen Gewässern, Binnenseen, Kanälen und auf offenen Gewässern (Ostsee, Nordsee, Mittelmeer etc.) ausgetragen, z. B. (Devizes to Westminster, Tour de Gudena, rund Fünen, Hiddensee-M., Dalsland-M, oder Arctic Canoe Race usw.). In Deutschland beginnen die Teilnehmer an Marathonregatten schon im Schülerbereich (13-14 Jahre) und es hört im Altersklassebereich (50 Jahre und älter) auf. Der Marathon-Rennsport wird im DKV nur in ca. 40 Kanuvereinen betrieben. Die Marathonhochburgen liegen dabei im Saarland, Hessen und in den östlichen Bundesländern.
Die Bootsklassen sind i. d. Regel im Breitensport nicht vergleichbar mit denen des Kanurennsports, es gibt nicht die gleichen Gewichts-Längen oder Breitenvorgaben. Bei einigen Veranstaltungen wird lediglich in Bootstypen und Bootslängen unterschieden. Die Marathonveranstaltungen sind deshalb sehr unterschiedlich von ihren Anforderungen sowie auch vom Teilnehmerfeld. Es gibt Marathons, die haben einen ausgesprochenen Breitensportcharakter. Diese Teilnehmer fahren in der Regel mit schnellen Wanderbooten oder Seekajaks je nach den Bedingungen. Typisch hierfür ist der 1000-Seen-Marathon. Natürlich geht es bei der Mahrzahl der Teilnehmern um eine gute Platzierung. Aber bei diesen Veranstaltungen gibt es auch Kanuten - meist sind es ehemalige Rennkanuten (ca. ein Drittel der Teilnehmer) die mehr wollen. Die fahren mit so genannten Multisport-Booten, ich bezeichne sie mal als entschärfte Rennboote. Die Breite der Boote beginnt bei ca. 43 cm und die Länge zwischen 5,00 und 6,00 m. Dabei sind die Formen sehr unterschiedlich. Da es sich bei den Marathons nicht ausschließlich um reine Flachwasserrennen handelt, müssen die Boote auch sehr unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Oftmals muss man mit den Booten je nach Fähigkeit des Kanuten mit Wellen von 1,5 bis 2,0 m zurechtkommen.
In der Regel erfolgen die Starts als Massenstart. Es gibt auch Etappen mit Einzelzeitfahren. Der Marathonrennsport beschränkt sich nicht nur darauf, am schnellsten vom Start zum Ziel zu kommen, sondern es kommen während einer Marathonregatta mehrere sogenannte Portagen vor. Bei diesen Portagen (natürliche oder künstliche Hindernisse im Flussverlauf) kommt es darauf an möglichst schnell dass Boot zu verlassen und mit dem Boot zusammen dieses Hindernis auf dem Landwege zu umlaufen. Danach gilt es wieder schnellst möglich einsteigen und weiter dem Ziel auf dem Wasserwege entgegen. Dieser Vorgang kann sich während eines Rennens mehrmals wiederholen. Diese Portagen können bis zu mehreren hundert Meter lang sein und können den Paddelrhythmus empfindlich stören. Hierbei spielt auch das Gewicht des zu transportierenden Bootes eine wesentliche Rolle.
Marathonwettkämpfe bedürfen einer sehr sorgsamen langfristigen sowie auch kurzfristigen Vorbereitung. Die langfristige Vorbereitung: Bei der langfristigen Vorbereitung ist es ähnlich wie im eigentlichen Regattarennsport. Eine gute Vorbereitung auf die Saison mit genügend Ausdauertraining ist ein absolutes muss. Dabei sind 500 bis 1000 km Training im Vorfeld keine Seltenheit. Schließlich kommt es ja darauf an, den Marathon auch durchzustehen. Und das ggf. auch noch bei widrigen Bedingungen wie sie auf der offenen See vorherrschen können. Da sind 30 bis 40 km bei einem Gegenwind der Windstärke 4-5 und Seegang keine Seltenheit. Und einfach unterwegs aussteigen ist zwar manchmal möglich aber auch nicht immer ganz einfach. Da muss Kontakt aufgenommen werden, dass man an der besagt abgeholt wird. Aber das ist ja nicht das Ziel einer Teilnahme am Marathon.
Die kurzfristige Vorbereitung: Hier steht das Bootsmaterial im Vordergrund. Je nach Art der Veranstaltung wählt der Fahrer auch sein Boot aus. Ein Wettkampf auf der Ostsee wird meist mit anderen Booten gefahren als auf Binnenseen oder gar bei Flussmarathons. Auch bei der Auswahl des Paddels bei der Blattgröße und Paddellänge kann es Unterschiede geben.
Ein weiterer Punkt ist die Vorbereitung der Bootsausrüstung. Viele Boote sind wie auch im Seekajakbereich üblich mit einer Lenzpumpe ausgerüstet. Dazu kommt ein Kompass und wenn möglich ein GPS sowie in vielen Fällen auch Kartenmaterial bis hin zu Seekarten mit denen man auch umgehen können sollte. Da einzelne Etappen bis zu 12 Std. dauern können, ist das Gefühl einen perfekten Sitz zu haben das allergrößte Problem. Das kann man nur durch unermüdliches paddeln auf diversen Marathons und langen Trainingsstrecken herausfinden. Nichts ist schlimmer als das man nicht mehr im Boot sitzen kann weil dann auch keine optimale Kraftübertragung mehr möglich ist. Ein weiterer Punkt ist die Nahrungs-u. Getränkeversorgung. Will man ganz vorn mitfahren hat man keine Zeit Pausen einzulegen, um Nahrung aufzunehmen weil das Zeit kosten würde. Außerdem lassen die schnellen aber auch kippligen Multisportboote es nicht zu bei bewegten Wasser Pausen zu machen. So wird der Körper entweder mit entsprechenden Müsli - oder Proteinriegeln oder Powergels versorgt. Gleiches trifft für die Getränkeversorgung zu. Je nach Streckenlänge und Temperatur werden zwischen 4-6 l Flüssigkeit benötigt. Man kann als grobe Faustregel sagen pro 10 km 1l Flüssigkeit wobei man unter 20 km mit weniger auskommt und bei 40 km oder mehr entsprechend mehr Flüssigkeit benötigt. Hier dienen isotonische Getränke verschiedener Hersteller und Cola. Wichtig ist das der Sportler bereits vor dem Start genügend Flüssigkeit zu sich nimmt und rechtzeitig im Verlauf des Rennens stetig kleine Mengen von max. 150 ml trinkt, weil diese der Körper aufnehmen kann.
Man rechnet für eine gute Startvorbereitung mindestens 2-2,5 Stunden Zeit. Das bedeutet mindestens um 4:00 Uhr aufstehen wenn bei Langstrecken der Start schon um 6:00 Uhr in der Früh ist. Auch hier ist das Warmfahren vor dem Start besonders in den Morgenstunden äußerst wichtig, denn nichts ist schlimmer als wenn man die ersten Kilometer schon mit verhärteter Muskulatur angeht. Aber auch ein zu hohes Tempo ganz schaden umso wichtiger ist es sein persönliches Tempo zu finden. Deshalb fahren die Spitzenleute mit GPS und Pulsmessgeräten. Wie schon eingangs erwähnt handelt es sich meistens um Massenstarts. Da gilt es eine gute Position zu finden und Welle fahren ist hier unausbleiblich.
Am Ziel angekommen ist man dann doch in der Regel mit seiner Leitung zufrieden und der Adrenalinspiegel hat sich auch wieder normalisiert. Vielleicht hat man seine persönliche Leistung überboten oder nimmt sich vor beim nächsten Mal einiges besser zu machen.
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